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Bass Sultan Hengzt – Zahltag (Review)

1 Juni 2009

Bass Sultan Hengzt - Zahltag

 

Es gibt wohl nicht viele Deutschrap-Alben, die so auf sich warten haben lassen wie “Zahltag“. Nachdem Bass Sultan Hengzts letztes Album “Schmetterlingseffekt” im Jahr 2007 erschien, war es recht still um ihn geworden. Lediglich durch eine Stalkerin, die ihn mit einem Messer angriff, rückte Hengzt kurzzeitig zurück ins Spotlight. Und nachdem sein Label MurderbassZahltag” erst gar nicht veröffentlichen wollte, dann wieder doch, aber Terminverschiebungen das Release verhinderten, war es nun Anfang Mai endlich soweit. “Zahltag” erblickte das Licht der Welt.


Und so ruhig es um Hengzt in der Vergangenheit auch gewesen sein mag, mit umso mehr Lärm kommt sein neues Werk um die Ecke. Das zeigt sich einerseits in den Verkäufen: Ohne großen Werbeaufwand schaffte es der Berliner auf Platz 33 der Charts. Andererseits, und darauf sollte das Hauptaugenmerkt liegen, ist auf quasi jedem einzelnen Track zu hören, dass Hengzt mit einer Menge Wumms zurück ist. Djorkaeff und Hengzt haben in den vergangenen 2 Jahren für ein Album gesorgt, dass die Köpfe zum Nicken einlädt. Synthielastige Beats, Clubbanger mit einem gewissen Charme von Straße und eingängige Hooks lassen einem eingefleischten BSH-Fan das Herz aufgehen.


Wer auf diesem Album allerdings Neuauflagen älterer Stücke wie “Millionär” erwartet, wird enttäuscht sein. Schon die Vorboten “Props” und “Ex-Guter Junge” machten klar: Dieser Longplayer ist nahezu vom ersten bis zum letzten Track vollgepackt mit Schellen für deine Homies, Schwänzen für deine Mutter und Ansagen an jeden Rapper, der bei nicht bei 3 auf dem Baum ist. Zeilen wie „Deine Mutter hat Homezone auf der Reeperbahn“, “Ich schau mir SAW 3 an und fang an zu keulen” oder „Dein fetter Vater hat ne Flatrate im Schwulenpuff“ zeigen eindeutig, dass die Angst vor Indizierung von Murderbass nicht ganz unbegründet war. Lediglich “Der Block bleibt stehen” schlägt eine nachdenklichere Richtung ein.


Als Featuregäste hat sich Hengzt Verstärkung von Sido, Joka, Orgi, Godsilla und Amar ins Boot geholt. Während letzterer auf “Fick die Welt” deiner Mutter heimlich eine Blume schenkt, weiß der Rest der Liste leider nicht zu überzeugen, da das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft worden zu sein scheint.


Das tut dem Ganzen aber genauso wenig Abbruch wie die Tatsache, dass dieser “Longplayer” gerade einmal an der 40-Minuten-Grenze kratzt, da hier Qualität eindeutig über Quantität steht – und die wird für Fans von Musik mit harten Ansagen durchaus erstklassig abgeliefert.

 

 

4,5 von 6



(sb)


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