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Jadakiss - The Last Kiss (Review)

20 Juni 2009


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Ahhhhhaaaaa” - der heimliche Star von D-Block hat das heiser gekrächzte Lachen zu seinem Markenzeichen gemacht. Satte fünf Jahre hat es gedauert, bis Jason Phillips, der Hiphop-Community besser als Jadakiss bekannt, endlich einen Nachfolger zu seinem #1-Album “Kiss Of Death” abliefert. Der Titel “The Last Kiss” klingt nach wehmütigem Abschied, Rücktrittsgerüchte wurden jedoch heftig dementiert.

 

Musikalisch knüpft das Album genau da an, wo das letzte Album aufgehört hat: Eine bunte Mischung aus melancholischen Samplebeats, aggressiven Bangern und dem obligatorischen Synthie-Sound für das feiernde Publikum erwarten den Hörer. Entsprechend vielseitig gestaltet sich die Feature-Liste, die sowohl mit R&B-Stars wie Mary J. Blige und Ne-Yo, als auch mit Hiphop-Hochkarätern wie Nas, Styles P., Ghostface Killah und Raekwon ausgezeichnet besetzt ist. Ein bisschen überfüllt vielleicht, immerhin kommen nur drei der achtzehn Songs ohne einen Gastauftritt aus.


Ohne langes Vorgeplänkel eröffnet Jadakiss das Album mit “Pain & Torture“. Der Beat von Buckwild geht ordentlich nach vorne und wartet mit reichlich Variationen auf, Jadakiss meldet sich in altbekannter Manier zurück und macht keine Gefangenen: “Me versus any rapper is slaughter” - davon kann 50 Cent sicherlich so einige Lieder singen.


Das große Gemetzel bleibt dann aber irgendwie aus. Das deutlich auf ein Club-Publikum zugeschnittene “Who’s Real” klingt sehr dagewesen, die Hook von Swizz Beatz lädt zwar fleißig dazu ein, mit den “Hands” zu “clappen”, aber das hat es eben schon gefühlte tausend Mal gegeben. Der Beat klingt ebenfalls nach einer typischen Swizz-Beatz-Nummer, der neben Snagz bei diesem Track auch als Co-Producer die Finger im Spiel hatte.


Als wirklich interessanter Track entpuppt sich “Grind Hard“: Der Beat wechselt nach einer melodiösen, fast ekelhaft kitschigen Hook von Mary J. Blige zu einem aggressiven, düsteren Synthiebanger - irgendwie ein Bruch, gleichzeitig ein fließender Übergang. The Inkredibles haben da einen interessanten Stimmungswechsel in den Beat eingearbeitet, Rap und Gesang fügen sich perfekt in das Gesamtbild.


Mit Bläsern in der Hook und aggressiven Synthies pumpt “Something Else” bedrohlich, aber ein wenig unspektakulär aus der Box. Der Gastauftritt von Young Jeezy reißt da auch nicht viel - kann man machen, muss man aber nicht. Die Erfolgreiche Single “Why” vom Vorgängeralbum findet in “What If” einen Nachfolger. Das Konzept ist identisch: “What if” dies, “what if” das. Statt durch eine gesungene Hook wird der Track durch einen Vers von Nas veredelt, der zwar zu gefallen weiß, trotzdem bleibt der Track insgesamt etwas hinter den Erwartungen zurück.


Zwei Anspieltipps haben sich dann doch noch herauskristallisiert: Das von den Neptunes produzierte “Stress Ya” überzeugt durch Minimalismus. Ein für sie typischer Rhythmus untermalt ohne viel Schnickschnack ein paar schlichtweg großartige Verse, bei denen Jadakiss zu Höchstform aufläuft. “Smoking Gun” entpuppt sich als atmosphärischer Storytelling-Lovesong, der mit einer erschreckend unkitschigen Hook von Jazmine Sullivan und einem großartigen Instrumental von Mr. Porter perfekt inszeniert wurde.


Allgemein hat Jadakiss hier nicht den richtig großen Wurf gelandet. Das Album macht viel Spaß, wenn man auf den typischen Jada-Sound steht, von einem wegweisenden Meilenstein ist es aber noch ein ganzes Stück entfernt. Zu einem Blindkauf mag ich bei aller Sympathie mit dem Glatzkopf aus Yonkers nicht raten. Trotzdem: Wer die Vorgängeralben mochte, darf ohne Bedenken zugreifen. “The Last Kiss” ist ein solides Album von einem mehr als großartigen Rapper. Mehr aber eben leider nicht.


4 von 6

 

(cg)

 

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