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La Coka Nostra – A Brand You Can Trust (Review)

16 Juli 2009

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Obwohl House Of Pain lange vor meiner Zeit ihre Blüte hatten, fand ich schon immer schade, dass Everlast damals sein Mikrophon an den Nagel hing, um der Welt mit der Gitarre als Whitey Ford den Blues zu singen. Zugegeben: Er hat seine Sache sehr gut gemacht, “Eat At Whitey’s” ist ein absolut großartiges Album, das in jedem Plattenregal stehen sollte. Trotzdem war ich freudig überrascht, als ich hörte, dass Everlasts brachiale Stimme in der Formation La Coka Nostra wieder in Rap-Versen zu hören sein wird. Seine alten Weggefährten Danny Boy und DJ Lethal, der nach der Trennung von House Of Pain bei Limp Bizkit einstieg, sind ebenfalls mit an Bord. Das House Of Pain ist komplett, bekommt jedoch Verstärkung durch den relativ unbekannten Rapper Slaine aus Boston und Non Phixions heimlichen Star Ill Bill, der letztes Jahr mit “The Hour Of Reprisal” auf Dauerrotation meinen CD-Player belagerte.

 

So viele Künstler haben die Finger im Spiel – da bleibt kaum Platz für Gastauftritte. Bun B, Immortal Technique, B-Real und Sick Jacken spendieren einzelne Verse, Snoop Dogg und Sen Dog geben sich für einzelne Hooklines die Ehre, die Beiträge von Q-Unique und Big Left gehen fast unbemerkt im Geschehen unter. Die Beats sind fast ausnahmslos produziert von DJ Lethal, nur The Alchemist, Cynic und Q-Unique durften als Außenstehende je ein Stück beisteuern, Ill Bill und Everlast haben ebenfalls bei je einem Song die Finger im Spiel.

 

Letzteren erkennt man auch ohne einen Blick ins Booklet. Bei “The Stain” fällt deutlich der Einfluss von Whitey Ford auf, nicht nur anhand des großartig gesungenen Refrains. Die einfach gehaltenen Drums umschmeicheln die Akustikgitarre, die klingt, als hätte Everlast selbst sie live eingespielt. Während der Rap-Verse von Ill Bill und Slaine setzen dann aggressive E-Gitarren ein, gegen die sich die Rapper gerade so durchsetzen können. Die Rap-Rock-Ballade ist definitiv ein Anspieltipp, leider aber der einzige Song mit so großer musikalischer Tiefe.

 

Die übrigen Songs sind ziemlich straight Hiphop, kompromisslos und “hardcore”. Die düstere Single “I’m An American” greift in der zusammengecutteten Hook ein Statement Bills aus dem Song “A Bullet Never Lies” wieder auf. Die Dekadenz und Arroganz der amerikanischen Nation, ihre blutdürstige Außenpolitik und das Bildungssystem werden auf hohem lyrischen Niveau unter Beschuss genommen.

 

Wie der Titel schon andeutet, werden auch bei “Gun In Your Mouth” keine Gefangen gemacht. In typischer Ill-Bill-Manier wird gebrüllt, geflucht und exzessiv Gewalt ausgeübt. “I’ma rob a bank then I’ma bounce down south / With a smile on my face and my gun in your mouth” – genauso hört sich das auch an. Cynics Beat liefert die perfekte Stimmung für den musikalischen Banküberfall, bei dem die brutalen Stimmen von Everlast und Ill Bill besonders gut zur Stimmung beitragen.

 

“Cousin Of Death” schlägt melancholischere Töne an. Selbstkritisch, verbittert und vom Leben gezeichnet erzählen Slaine und Bill vom Struggle des Lebens, Everlasts Gesang und das großartige Pianosample tun ihr übriges. “They say it’s better to burn out than it is to fade away / I just hope to God I can fall into a sleep where I can stay” – von “fade away” kann bei diesem Album auch wirklich keine Rede sein.

 

“A Brand You Can Trust” steht vorn auf dem Cover und dieser Titel könnte treffender nicht sein. Provokanter, zuweilen herausragend gesellschaftskritischer Hardcore-Rap mit gelegentlich eingestreuten Rock-Einflüssen, solide Reimarbeit aller Beteiligten, hochkarätige Gastauftritte – die Erwartungen sind mehr als erfüllt. Zugegeben: “A Brand You Can Trust” erfindet das Rad nicht neu, das ist aber auch gar nicht nötig. Wer diese Gangart mag, wird das Album lieben, der Rest sollte einfach die Finger davon lassen.


 

 

(cg)

 

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