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Pan & Artist – “Machen etwas kaputt & bauen etwas auf” (Review)

7 August 2009

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Da mein Rezensionsexemplar von “Machen etwas kaputt & bauen etwas auf” ohne Briefmarke im Briefkasten gelandet ist, habe ich ein ungutes Gefühl dieses Release zu kritisieren. Am Ende steht eine rot gekleidete Meute vor meiner Tür und brüllt: “BLUT! BLUT! BLUT!“…

 

Aber Spaß bei Seite. Wer diese Anspielung nicht verstanden hat: Artist nahm bei Feuer über Deutschland 2 mit seinem “Team Blut” teil und hat ganz ehrlich gesagt einen sehr negativen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich probiere meine Vorurteile außen vor zu lassen und entdecke neben rot zumindest schon einmal noch eine Menge anderer Farben auf der sehr ansprechend gestalteten CD, von deren Layout sich so manch ein Künstler mal eine Scheibe abschneiden könnte.


Zum Einstieg gibt es nach dem Intro mit “Alles Kapett” (Nicht verschrieben, der heißt wirklich so) einen von BeatSpencer produzierten, entspannten Rucksack-Representer, der die Protagonisten schon wesentlich sympathischer erscheinen lässt, gefolgt von dem sozialkritischen “Fünf vor Zwölf“. Eigentlich müsste man Rappern verbieten, Tracks mit dem Namen “Mein Leben” zu releasen, aber so 0815 der Titel auch klingen mag, ist er doch sehr nett umgesetzt und ruft bei gleichaltrigen Hörer schöne Erinnerungen hervor.


Nacht” liefert mit seiner soulig gepitchten E-Gitarre und den als Kurzgeschichten anmutenden Momentaufnahmen des Nachtlebens den perfekten Soundtrack fürs Autofahren um 4 Uhr morgens, “Vision” schafft es mit der etwas ausgelutschten “Parasit Mensch”-Thematik nicht ganz zu überzeugen. Freunde von Gespitte werden auf den solide vorgetragenen “Dreamteam“, “Ich mach es” und “Keine Zweifel” fündig.


Mein persönliches Highlight ist die zwei Track lange Zusammenarbeit mit 12bitphil, der den beiden Sprechgesangskünstlern wirklich wunderschöne Instrumentale auf den Leib geschneidert hat. “Lauf der Dinge” liefert depressives Storytelling, auf “Was glaubst du” habe ich leider das einzige Mal auf dem Album das Gefühl, dass Pan und Artist etwas dem Takt hinterherrennen.


Insgesamt ist zu sagen, dass es Pan und Artist gelungen ist, mit ihrem Album sowohl musikalisch als auch inhaltlich zu überzeugen. “Machen etwas kaputt & bauen etwas auf” wird nicht nach der Review in die Ecke fliegen, sondern noch das ein oder andere Mal den Weg in meinen Player finden. Blut!

 

 

4,5 von 6

 

(cb)