MEKMC – Das Metanoia Movement (Review)

Der Kärtner MEKMC released am 02. Oktober sein drittes Solo-Album “Das Metanoia Movement” über Metanoia Music. Die erste Frage, was denn genau “Metanoia” bedeuten soll, beantwortet Wikipedia mit “Buße” oder der “Umkehr des Denkens“.
Neben dem sehr ansprechenden Design der aufklappbaren Papphülle und einem Hochglanzbooklet, das Fans mit allen niedergeschriebenen Lyrics versorgt, weckt die hochkarätige Liste der Produzenten Interesse. Abgesehen von einer Eigenproduktionen zeichnen sich STI, Brisk Fingaz, die Beatgees, Shuko, The Gunna, Brenk und EntArtete Beats für den wirklich erstklassigen Beatteppich verantwortlich.
Der erste Eindruck des Rappers mit dem sympathischen Österreicher Akzent könnte mit einem “Chia“, noch bevor die erste Rapzeile erklingt, nicht schlechter sein. Insgesamt werden auf dem von Brisk Fingaz soulig gepitchtem Vocalsample im Introtrack “Das ist es” zu viele tausendfach gehörte Phrasen durch die Speaker geschleudert. Auf dem Representer “Das Movement” verkündet MEKMC: “Es wird Zeit für etwas Neues. Punkt. Und diese Szene weiß es“. Finde ich auch und skippe enttäuscht weiter.
Doch MEKMC als inhaltslosen Durchschnitts-Dipsetter darzustellen wäre weder fair, noch zutreffend. Spätestens auf “Riesen” entfaltet er sein lyrisches Potential, zwingt den Hörer jeder Zeile gespannt zu lauschen und überzeugt durch eine grandiose Spannungskurve. Ebenso durchdacht wie kreativ erklärt das von MEKMC selbst produzierte “Schritt für Schritt” zuerst den genauen Aufbau der Beatproduktion, danach den Werdegang eines Rappers.
“Der Weg den ich geh” ist nebst “Mein Leben” defintiv ein Titel, den man aufgrund millionenfacher Verwurstung meiden sollte, und dennoch kann man den Track durch einen packenden Beat und authentisch wirkende Raps als gelungen bezeichnen. Ein weiteres Highlight der CD stellt “Wenn wir still sind” dar, mit einer wunderschönen Produktionen von Brisk Fingaz und einer sauber vorgetragenen Interpretation von “Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“.
Fazit: MEKMC ist ein absolut taktsicherer Rapper und “Das Metanoia Movement” ein abwechslungsreiches Album zwischen durchdachten Storytellern und inhaltslosen Representern mit überdurchschnittlich guten Beats, das es zumindest verdient hat einmal reinzuhören.
(cb)





