Pimpulsiv - H.U.R.Z. (Review)

Es ist einige Jahre her, seitdem ich in einem Rapforum auf einen gewissen Skinny Shef gestoßen bin, der das Release seiner Gruppe Bad Taste umwarb. Die verrückten Texte, der einzigartige Rapstil und die simpel produzierten, aber eingängigen Beats konnten mich sofort begeistern. Bad Taste gehört mittlerweile der Vergangenheit an, aber Produzent und Rapper Skinny Shef und der abgedrehte Timi Hendrix versorgen Rapfans zu zweit als Pimpulsiv weiter mit Versagerrap zwischen Hoffnungslosigkeit und Drogensucht.
“A-sozial, B-hindert, C-prominent, D-D-D-pressiv, ich verschenke E-s an die Fans…”
Nach der Trennung von dem Bielefelder Label 667 und einer Anzeige aufgrund Timis “Erfurt Revival“-Line, erscheint das aktuelle Album “H.U.R.Z.” als Free-Download. Voreilige Bedenken, dass kostenlose Musik auch minderwertiger ist, werden jedoch schnell durch Tracks wie “Alle” begraben, die mit langgezogenen Zeilenenden und gescrewten Hooks da anknüpfen, wo die “Hoetry LP” aufgehört hat.
Ob auf den tanzbaren Electrohits “Assis” und “Niemand mag“, dem an die “Slim Shady LP” erinnernden “Genau wie du” oder dem hypnotischen “Lass die Finger von…” - Skinny Shefs Produktionen haben nichts von ihrer Faszination verloren und lassen den Synthesizer-affinen Hörer durchgehend mit dem Kopf nicken. Alltagsprobleme und Drogentrips, teils fiktiv, teils autobiografisch, sorgen für thematisch gewohnte Unterhaltung ohne große Überraschungen.
“Hab keinen Plan von Sturm und Drang, hier geht es nur um Hurz und Hanf /
9 Live und Frauentausch ist für mich Kulturprogramm.”
Fazit: Pimpulsiv schaffen es auf “H.U.R.Z.“, ihrem Sound nicht nur treu zu bleiben, sondern diesen auch zu perfektionieren. Wer die “Hoetry LP” mochte, wird “H.U.R.Z.” lieben.
(cb)

