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Dizzee Rascal - Tongue´n´Cheek (Review)

8 Oktober 2009

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Nachdem die britische Grime-Granate Dizzee Rascal sich ohne Frage zu den Live-Highlights des Splash!-Festivals 2009 zählen kann und die Massen trotz Regenschauer zum Ausrasten brachte, gibt es jetzt mit “Tongue’n'Cheek” wieder Studio-Musik vom Ost-Londoner zu hören.


Die äußere Erscheinung in feinster Hipster-Optik mit farbenfrohem Booklet lässt schon erahnen, dass wir hier kein gewöhnliches Rapalbum hören, sondern die Grenzen der musikalischen Schubladen gesprengt werden. Dementsprechend wird dem Hörer schon auf der ersten Anspielstation mit der Single “Bonkers” ein von der House-Legende Armand van Helden produziertes Meistwerk um die Ohren geschleudert, das in den UK direkt die Pole Position der Single-Charts erobert hat.


“And all I care about is sex and violence/
A heavy bass line is my kind of silence/
Everybody says that I’ve gotta get a grip/
But I let sanity give me the slip/”


Stürmisch weiter geht es auf dem von Cage produzierten “Road Rage“, das mit seiner Dancehall-Dynamik einen idealen Live-Track darstellt. “Freaky Freaky” übernimmt den Part des obligatorischen “This one is for the ladies“-Tracks und “Dirtee Cash” erinnert eher an vergangene Salt’n'Peppa Hits, als an zeitgemäße Musik. “Money, Money” und “Leisure” überspannen den Kreativitätsbogen dann endgültig und erzeugen eher Kopfschmerzen, als ein positives Hörerlebnis. Während “Dance Wiv Me” den Spagat zwischen Dizzees einzigartigem Style und Clubtauglichkeit perfekt meistert, wirkt das von Calvin Harris produzierte “Holiday” nicht zuletzt wegen des oberflächlichen Videos zu berechnet.


“Don’t watch my passport photo/

I know I look a bit loco/
And I know that my Spanish is so-so/
But let’s try keep that on the low-low/
Cus we’re going Ibiza/
I’ve got friends that really wanna meet ya/”


Fazit: Wer experimentelle Musik mag und kein Problem damit hat, dass Universal Music zahlreiche für sie werbende Musik-Seiten und -Blogs wegen Free-Downloads abmahnt, sollte sich durchaus über eine Investition Gedanken machen. Der Wille mit “Tongue’n'Cheek” den Mainstream zu erobern ist unüberhörbar, aber trotz einiger Schwachstellen birgt es mit “Bonkers” einen der interessantesten Raptracks des Jahres.


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(cb)