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Die Orsons im Exklusiv-Interview mit MeinRap.de

22 Oktober 2009

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Mittendrin statt nur dabei: MeinRap.de konnte sich in Form eines Handys mit Lautsprecherfunktion in die Mitte des Orsons -Frühstückstisches begeben und mit Tua, KAAS, Maeckes und einem komplett heiseren Plan B über das aktuelle Album, die Mini-Tour und Zukunftspläne unterhalten.

 

Euer Album “Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons” ist seit Freitag im Handel, wie kommt man auf so einen Titel?
K: Maeckes ist verrückt.
M: Ich bin voll verrückt.
K: Maeckes’ Freundin kam auf die Idee, er hat es uns vorgeschlagen und wir waren alle schockiert, aber dann hat er mit Ausstieg gedroht und wir haben es genommen.
T: Sie heißt übrigens Yoko-Lara.


Die Beatles sind das Leitmotiv des Albums, woher kommt der Bezug?
K: Beim ersten Album haben wir uns aus Spaß “die neuen Beatles” genannt und beim zweiten Album sind wir dann wirklich dazu geworden. Auch, weil wir als Orsons diese Imagerapper-Welt immer auf die Schippe nahmen und beim ersten Mal die vier Schweine waren, haben wir uns diesmal gedacht, wir werden eben die Beatles. Und weil der Sound immer rockiger wurde und wir uns damit irgendwie selbst gefunden hatten, lief das dann alles zusammen.


Wie sind bisher die Reaktionen der Fans?
K: Sehr gut, sehr gut. Alles, was ich gehört hab, war sehr begeistert und überrascht. Der nächste Schritt, weil wir uns dieses Mal mehr Zeit gelassen und alles ausproduziert haben.

Könnt ihr das Album denn selber noch mit Genuss hören?
B: Ja.
K: Ja, voll. Wenn wir sowas fertig haben, dann braucht man immer so eine Woche Zeit und dann kann man das wieder hören.


Habt ihr persönliche Lieblingstracks?
K: Mein Lieblingstrack ist “Zum Mond” und “Kim Kwang Seok”.
B: Mein Lieblingstrack ist “Ana”.
M: Ich glaub meiner ist “Die Sirenen von El Dorado”.


Tua?
T: Äh, mein Lieblingstrack ist “Sonnig und Belanglos”.


Wo gerade “Ana” genannt wurde, was hat es damit auf sich?
B: “Ana”… Was gibt es da nicht zu verstehen? Das kann sich jeder selber denken, wie er möchte. Das kann alles bedeuten für dich. “Ana” könnte vergewaltigt worden sein, “Ana” könnte aber auch schwanger sein, …
T: Oder man schreibt “Ana” einfach mit einem “N” und erinnert an Anorexie.
M: Sie ist halt nicht reingekommen.
T: Guck mal, das Ding ist glaub ich, bei “Ana” gings darum, dass man gar keinen Track machen wollte, der auf den Punkt kommt, mehr so eine Atmosphäre erschafft. Ein ungreifbarer Song, der trotzdem viele Assoziationen und Bilder hervorruft.


Also geht es mehr um das Hörerlebnis?
T: Ja, wir haben ganz bewusst keine richtige Story reingepackt, sondern Sätze, die einem alle Möglichkeiten offen lassen. Kleine Alltagsanekdoten, die so nichtssagend vielsagend sein können. Es ist ganz schwierig, “Ana” einzugrenzen, aber das macht den Song gerade aus.


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Im Booklet wurde von Maeckes der Ursprung von “Souljah Boy” angedeutet, wie genau lief das ab?
M: Wir waren auf Theater-Tour mit “Zimmer 601″, auf der uns KAAS begleitet hat, und der kam mit dem Soulja Boy- Original-Song und hat den auf den vielen Autofahrten immer gepumpt. Bartek und ich haben das Ding am Anfang immer übelst gehatet. Doch irgendwann ist es einfach unsere Hymne geworden, weil KAAS nicht locker gelassen hat und es so stumpfsinnig gute Laune macht. Dann hatten wir den Song immer im Ohr und ich meine Gitarre dabei, weil ich die fürs Theater gebraucht hab, und hab einfach diese Moll-Akkorde gespielt. Zuerst haben wir den immer vor den Konzerten geträllert, er wurde dann immer mehr ausgearbeitet und als wir fürs Orsons Album zusammen saßen, haben wir den auch einfach nur so mal wieder gesungen, weil die Gitarre halt gerade da rum lag und da kam der Gedanke: “Pass mal auf, eigentlich sagt der Text ja noch was ganz Anderes aus und es wär doch spannend, zu versuchen, ihn in einen neuen Kontext zu biegen.” Dann ist der Track immer weiter gereift.


Habt ihr noch Reaktionen aus den Staaten bekommen, nachdem Soulja Boy das Video auf seinen Youtube-Channel geladen hat?
M: Die allerletzte Reaktion, die wir direkt mitbekommen haben, ist, dass es auf Hot97 lief, also über den Äther. In New York und so weiter konnte man sie dann im Radio hören, die Orsons-Version.


Coole Sache, Glückwunsch!
M: Dankeschön, dankeschön. Was danach kommt, werden wir sehn.


Euer Cover mit der Hommage an “Yellow Submarine” gefällt mir gut. Wer hat das gemacht und wie kam es dazu?
K: Also nachdem Maeckes sich durchgesetzt hatte mit dem Albumtitel, haben wir das Ganze dann konzipiert und Dani hat es umgesetzt.
B: Der hat übrigens auch unser erstes Album-Cover gemacht.


Das Ganze sieht etwas nach einem Drogen-Trip aus. Spielen Drogen bei euch eine Rolle im Arbeitsprozess?
M: Immer. Wir sind natürlich auf Heroin, sonst könnten wir das alles nicht machen.
T: Drogen spielen eine große Rolle. Ich muss mich immer ganz arg betrinken, wenn ich von den Nazis hier gezwungen werde, was zu machen, was ich nicht will. Ich kann aber nicht wirklich Musik machen, wenn ich dicht bin. Texte schreiben und Ideen haben geht, aber mehr nicht.


Auf eurem Album wurden auch Songs von nur einer Person geschrieben. Ghostwriting?
T: Das ist doch völlig legitim, es ist ja so, dass wir eine Band sind. Bei vielen vernünftigen Bands ist es so, dass man sich nicht irgendwo aufspaltet und wieder zusammenkommt und guckt, was aus dem Track wird. Das ist ja nur beim HipHop so, deswegen sind viele HipHop-Songs auch so komplett irrsinnig behindert. Bei uns war das so, dass wir gemerkt haben, dass es einfach ein gut funktionierendes Prinzip ist, wenn Einer die Federführung übernimmt und dann jeder schaut, wie er sich einbringen kann. Jemand hat ne bassigere Stimme, dann kann er Bass singen, oder jemand ist besser bei Chören. Also ich find’s vollkommen in Ordnung, das so in einem Gruppenkonstrukt zu machen, ich finde es auch sonst vollkommen legitim, ganz ehrlich.


Das war auch nicht als Vorwurf gedacht, nur ist es in der Rapszene bisher ein Novum…
T: Mhh ja. Aber ich sehe uns auch überhaupt nicht mehr in diesem Rapkontext und finde es übertrieben nervig, dass KAAS jetzt gerade in das Telefon greifen will… Ähm, ich finde bei uns kann man das gar nicht mit dem Maßstab messen. Und ich geb dir jetzt mal KAAS, weil der geht mir so auf den Sack, Alter. Kannst du bitte schreiben, dass KAAS so richtig penetrant nervend mit seiner Hand vor meinem Gesicht rumfuchtelt?
K: Also ich find “Ghostwriter” ist der falsche Begriff, weil “Ghostwriting” im Rap so verstanden wird, das jemand kommt und dir deine Raptexte schreibt und das ist ja das, was verpöhnt ist. Und das machen wir immer noch nicht. Wir hatten einen Song für das Album, der es dann im Endeffekt nicht drauf geschafft hat, der hieß “Die Orsons im Geisterschloß”. Da hat dann wirklich Maeckes für mich den Text geschrieben, ich für Bartek und so weiter und wir haben das aus Witz dann so vorgetragen. Und das, was nur einer auf dem Album geschrieben hat, das sind alles Gesangssongs, unsere Rapparts haben wir natürlich selber verfasst.
T: Zum Beispiel auf dem Rummelsnuff-Ding hat auch Maeckes n Teil von meinem Text geschrieben…
B: Echt jetzt?
K, M & B: Whooooaaaaaaa!
B: Schmock!
M: Ja, du Schmock, verpiss dich!


Also ist das auch nur für die Orsons vorstellbar und nicht für Solo-Projekte?
T: Also ich finde, dass man KAAS unbedingt mal ordentliche Texte schreiben sollte, aber sonst…


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Ihr seid momentan mitten in der Aqua-Robot-Tour. Wie läuft’s bisher?
K: Bartek, mach du doch mal.
B: Ich hab keine Stimme!
K: Bartek hat keine Stimme. Also die Tour läuft bisher wirklich unfassbar toll, es war schon öfters ausverkauft und das Publikum ist einfach super. Ich war gestern schon wieder voll gerührt am Ende, weil das Publikum einfach so toll ist. Unfassbar. Der Höhepunkt war auf jeden Fall auch Stuttgart-Fellbach, wo wirklich 700 Leute da waren. Und es ist eine richtige Hysterie ausgebrochen, da hättest du dabei sein müssen. Wir kommen auf die Bühne in Beatles-Kostümen und spielen die “Beatles Piraten” und die sind so unfassbar abgegangen. Die haben sich zerquetscht, gekreischt und die Bühne nach hinten verschoben. 20 Securities mussten in den Graben springen und sonen Zaun zurückquetschen, damit die Meute die Bühne nicht komplett zerstört. Wir haben da echt nicht mehr begriffen was abgeht und waren halt wirklich kurz die Beatles und sind es seitdem immer noch. Weltstars einfach. In den anderen Städten war’s ähnlich krass und es ist wirklich wunderschön.


Und welcher Track vom neuen Album kommt am besten beim Publikum an? Ich würde mal auf “Orsons Anarchie” tippen…
B: Ich würde sagen: “Orsons Anarchie”.
K: Ja, “Orsons Anarchie” ist auf jeden Fall vorne dabei…


Er klingt auch, als sei er direkt als “Eine kleine Farm”-Nachfolger konzipiert worden…
K: Er ist in der Tradition auch entstanden und funktioniert auf jeden Fall ganz toll. Die Leute feiern ihn gut ab.


Beim ersten Album fiel immer wieder der Begriff der Deutschrap-Boyband. Zu einer Boyband gehören verschiedene Images der Protagonisten, welche Images habt ihr?
K: Ähhhm, Tua ist der Böse, ich bin der Liebe, Maeckes ist der langhaarige Schöne und Bartek…muss ich mal nachdenken… ist der Professor mit der Brille.


Woher kommt die Hornbrille überhaupt auf einmal? Ein Hilfeschrei nach einem Image?
B: Mein Image ist ja nicht der Professor, ich bin der Schüchterne von den Orsons. Ich wollte mich hinter irgendwas verstecken und da kam mir die Brille genau recht.


Maeckes, “Null” ist angekündigt, die Fans sind heiß drauf, wann kommt es?
M: Der Schlüssel zu “Null” ist die Null.


Aber dieses Fan-Löschen deiner MySpace-Freunde ist jetzt nicht mit dem letzten Konzert von Kim Kwang Seok vergleichbar? Nicht, dass wir uns Gedanken machen müssen..
M: Oho. Was für eine schöne Frage. Ich weiß es selber noch nicht genau, ich glaube aber nicht.


Du hast in MySpace angekündigt: “Im nächsten Jahr sind wir wieder Kids”, kannst du dazu was sagen?
M: Ich darf dazu nichts sagen, mein Chimperator-Anwalt bringt mich sonst um.


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Tua, nach der Tour mit Samy ist das Thema Deluxe erstmal durch für dich. Wie geht’s bei dir weiter? Wann kommt das Chimperator-Signing? Oder kommt es überhaupt?
T: Jetzt finden die Orsons-Sachen ja eh erstmal über Chimperator statt und da läuft auch mein Booking und ein Teil von meinem Management. Die Frage, die sich mir und allen hier stellt, ist gar nicht, ob ich das machen soll, sondern, ob das vom Logistischen her Sinn machen würde. Chimperator ist nun mal keine allzu große Firma und man will sich auch nicht gegenseitig blockieren, wenn wir vier Leute sind, die Solo-Alben rausbringen wollen, beziehungsweise fünf, Kodimey ist ja auch noch bei Chimperator und dann die Orsons. Da stellt sich mir halt die Frage, ob es Sinn macht, da ewig warten zu müssen, bis man etwas releasen kann oder eben die Anderen warten müssen. Und da bin ich und sind wir alle jetzt am überlegen, wie man das am Besten macht.


Gibt es da vielleicht auch Gedanken in Richtung Four Music oder dergleichen? Weil “Grau” schon ein ziemlich erwachsenes Album war, von dem es zur Massenkompatibilität nicht mehr weit weg sein muss, wenn man dich vielleicht auf einer Clueso-Schiene oder so ähnlich vermarktet. Hast du da auch direkt schon Pläne?
T: Ich kann mir das schon vorstellen. Aber ich bin ehrlich, ich war dieses Jahr viel auf Tour und es ist ja nicht nur mein Album 2009 rausgekommen, sondern auch das KAAS Album, was ja auch irgendwie mein Baby war, weil ich ganz viel dafür produziert hab und auch viel Arbeit reingesteckt hab. Auch von der Promo her, weil alles was du an Promo mitbekommst, kommt ja direkt von uns. Wir machen fast alles, was du siehst, auch an Grafiken und Videos. Wir schauen uns immer alles nochmal genau durch und arbeiten mit, so dass ich mit der Promo zu meinem Album, mit der Promo zum KAAS-Album, mit den Orsons und mit der Tour so ausgelastet war, dass ich jetzt gar nicht so viel dazu gekommen bin, darüber nachzudenken, wie’s jetzt genau weitergeht. Ich denke, da werd’ ich dann im November zu kommen und da mach ich dann auch dieses ominöse “Graue Musik” endlich mal fertig. Und dann mach ich vielleicht noch in die Electro-Richtung was, mal schauen. Ich bin da auf jedenfall schon mit einigen Labels in Kontakt, die da Interesse hätten.


Ok, also bei dir kommt als nächstes “Graue Musik”, wie siehts bei den anderen aus mit kommenden Projekten? KAAS wollte ein Solo-Album bringen..
T: Ja, ich hoffe ma nicht ey…


KAAS, kannst du da schon Genaueres zu sagen?
K: Nö, ich sammel gerade Song-Ideen und denk mir eine wundervolle Strategie aus, um die 1.000.000 verkaufte Einheiten-Grenze zu sprengen.


Maeckes und Plan B, ist bei euch wieder was in der Pipeline?
B: Maeckes und Plan B machen jetzt erstmal beide Solo-Alben, vorraussichtlich in 2010 werden die kommen.


Gibt es da schon nähere Infos?
M: Im nächsten Jahr sind wir wieder Kids.
B: Also Anfang nächsten Jahres sind wir wieder Kids und aufm Dach.


Ist ein drittes Orsons-Album ein Thema?
K: Ich bin mir sicher, dass es wieder ein Orsons-Album geben wird.
T: Also wenn der Gruppen-Psychologe so gut ist, wie man uns gesagt hat, dann kriegt der das schon wieder hin.
M: Ich denke, dass das nächste Album ein klassisches 2-CD-Album wird, wo Bartek und KAAS auf einer CD einfach ihre unverarbeiteten, kindlichen Ideen in Reinform bringen können und Tua und ich können ein sehr schönes, musikalisches Album machen.
K: Tua und Maeckes machen auf ihre CD ihre traurige Welt voller Depression und Zynismus, so ein wunderschönes Album wird das werden…


Dann danke ich euch für das Interview, was wollt ihr unbedingt noch loswerden?
M: Wir liefen auf HotNinetySeeeeeveeeeeennn…
K: Na Nanananaaa…


Im Forum diskutieren.


(cb)