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Back in the Days – Snaga & Pillath

12 November 2009


Schon um die Jahrtausendwende herum schlugen vereinzelt ein paar Rapper eine Richtung ein, die Battlerap durch Wortspiele, Vergleiche und Übertreibungen bereicherte. In Berlin fielen Lines wie „Wenn ich spritze, holen Kinder ihren Schlitten“, aus Hamburg tönte es „Dein Gesicht und mein Arsch könnten gute Freunde sein!“ – doch den wirklichen Startschuss für unzählige von Rappern dieses Schlages gaben erst Snaga & Pillath mit ihrem Mixtape „Die linke und die rechte Hand Gottes“ im Jahr 2005. Über größtenteils Amibeats klopften die beiden Ruhrpottschwergewichte Sprüche am laufenden Band und schlugen damit in das Battlerap-Genre ein wie eine Bombe, so dass es noch heute, ganze vier Jahre später, maßgeblich vom Punchline-Hype geprägt ist.



Nachdem Illmatic und Ercandize bereits auf dem Debüt-Mixtape vertreten waren, kristallisierte sich nun ein Kreis von Rappern heraus, die einen ähnlichen Style fuhren und Spaß daran hatten, gemeinsam Musik zu machen. So stießen auch Kool Savas und Moses Pelham zu der Bande und es entstand die eher lose „Horndogz Mafia“, die sogar mit ihrem eigenen Tanz bedacht wurde.



Ebenfalls mittlerweile als ein Klassiker aus dieser Zeit ist das Battle „Team Selfmade Records vs. Team Ruhrpott“ vom ersten „Feuer über Deutschland“-Teil zu werten, bei dem Pillath zusammen mit den 45ers gegen Favorite und Shiml antrat und somit fernab von Studioaufnahmen auch mal live seine Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellen konnte.



Und nachdem das Movement auch regional ausgebaut wurde und Connections zu Manuellsen, SAW, Decino, Camouflage und den 45ers geknüpft waren, folgten Snaga und Pillath Manuellsen auf dem Weg nach Hamburg: Deluxe Records Pott war geboren. Euphorisch ob dieser neuen Labelheimat wurde das Debüt-Album „Aus Liebe zum Spiel“ angekündigt, doch haben die Jungs erst noch das Mixtape „Eine Frage der Ehre“ dazwischen geschoben.



Am 29. Juni 2007 folgte dann das sehnlichst erwartete Album „Aus Liebe zum Spiel“. Featuretechnisch war man mit Cassandra Steen, Samy Deluxe und Sido auf einem noch höheren Level angekommen, doch das Album sollte mehr sein als eine Weiterführung der bisherigen Mixtapes. Neben den üblichen Ansagen und Punchlines haben Snaga und Pillath erstmals über mehrere Tracks hinweg auch ihre nachdenkliche, erschreckend ehrliche Facette präsentiert. So wurde nach dem Representer „R.U.H.R.P.O.T.T.“ mit Manuellsen der Track „Einen Tag“, ebenfalls mit Manuellsen alias Braheem, als zweite Single ausgewählt. Während die eine Hälfte der Fangemeinde diese neue Seite begrüßte, stieß bei der anderen Hälfte die Themenfelderweiterung eher negativ auf. Nicht wenigen Fans kam die Punchline-Schiene, also der ursprüngliche Grund, weshalb man Snaga & Pillath hörte, auf dem Album zu kurz.



Nach dem Album wurde es ruhig um die Beiden. Anfang 2009 überraschte Snaga mit der Fard-Kollabo „Talion“, Pillath ließ, abgesehen von einem 16bars.de-Exclusive, weiterhin wenig von sich hören. Nun steht für den 20. November ein neues Snaga & Pillath-Album auf dem Plan. „II“, so der bescheidene Titel, kommt diesmal komplett ohne Features aus und soll die Sound von „Aus Liebe zum Spiel“ weiter perfektionieren. Und auch hier tun sich wieder zwei Lager in der Community auf: Während die eine Seite der Meinung ist, der Hype der Jungs wäre vorbei und sie wären in Sachen Punchlines aus anderen Lagern überholt worden, freut sich die andere Seite auf lange erwartete, neue Tracks aus dem Ruhrpott. Die ersten zwei Vorboten gibt es bereits:




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(mh)