Home » Rap, Reviews

King Orgasmus One – La Petite Mort 2 (Review)

30 Juli 2010

 

La Petite Mort, der kleine Tod, ist ein Synonym für den weiblichen Orgasmus und damit prädestiniert für King Orgasmus One, der auch im zweiten Teil der Reihe wieder Marquis de Sade feiert und möglichst brutale Punchlines gegen Alice Schwarzer, Schlampen und Rapper schießt.

 

Frauenfeindliche B-Movie-Zitate dienen als Einleitung und Interludes, als Featuregäste tummeln sich sich Vero, Sha-Karl, Marteria, Farid Bang, Silla, Blokkmonsta und natürlich Bass Sultan Hengzt auf „Moderne Sklaverei“. Tracktitel wie „Schneid dein Kopf ab“, „Ficken, Ficken, Ficken“ und „Stirb Langsam“ lassen dabei nicht viel Spielraum für Interpretation und geben klar die kompromisslose Marschroute vor. Freunde von Imbiss Bronko werden hier nicht fündig werden, „La Petite Mort 2“ ist hart, laut und brutal.

 

Diese primitive Art hat, wie in Part eins, eine gewisse Faszination und lässt auch die Studenten unter uns kurzzeitig mal zum Urzeitmenschen mit simpelsten Bedürfnissen werden. „Rattatta Peng, Rattatta Peng, Rattatta Peng, du Hurensooohn!“, wird da schon mal als die beste Hook des Albums mitgegröhlt. Der ungewöhnlichste Feature-Gast Marteria steuert auf „MfG“ mit einer rollenden Baseline und seinem tiefen Organ ein Highlight des Albums bei. „Deutscher Rap scratcht mit CD’s…“. Orgi selbst reiht wieder derart abstruse Lyrics aneinander, dass man zwischen Fremdscham und Anbetung hin- und hergerissen ist.

 

“Frauen sind wie Schwuchteln und ich kann sie nicht verstehen/
Sie haben immer was zu nörgeln und immer ein Problem/
Die Menschen sind zum Kotzen, Deutschland ist ein Karneval/
Ich hole meinen Schwanz raus und ich ficke diesen Erdball/
[...]
Ey der Typ trägt ne Handtasche, ich bekomme ne Macke/
Und diese Schwuppen trinken alle Club Mate/
Studierende Huren trinken Wein und wollen reden/
Ich schlag ihr auf den Kopf und werde mich an ihr vergehen/”

 

Leider sind die Beats oft ebenso simpel eingespielte Synthesizermelodien, die etwas lieblos und detailarm wirken. Wie das Ganze klingen könnte, zeigt der Track „Mafia“, der mit einem wunderbaren sizilianischen Sample und italienischem Gesang in der Hook unterlegt wurde und an die Schmutzige-Euros-Zeiten erinnert.


Fazit: “La Petite Mort 2” erreicht nicht die Qualität des Vorgängers, der ein schöneres Cover, einen klarer erkennbaren roten Faden und das Überraschungsmoment auf seiner Seite hatte. Dennoch werden Orgi-Fans hier voll auf ihre Kosten kommen und können bedenkenlos zugreifen.


Im Forum diskutieren.


(cb)


King Orgasmus One – La Petite Mort 2: Moderne Sklaverei (Cover & Tracklist)