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Eko Fresh – Was kostet die Welt? (Review)

2 August 2010


Nach „Ich bin jung und brauche das Geld“ über „Hart(Z) 4“ jetzt also „Was kostet die Welt?“ – Geld scheint im Hause Bora eine wichtige Rolle zu spielen. Auch im Intro verkündet Eko selbstbewusst: „Ob ihr wirklich richtig steht, merkt ihr, wenn das Business geht“ – wenn er sich da mal nicht irrt.


Denn wenn ein Track laut Eko locker reif für die „Top 20“ ist, aber dann nur auf Platz 94 chartet, läuft irgendwas verkehrt. Angesichts dieses Fakts und auch beim einfachen Hören der Single „Königin der Nacht“ beschleicht einen der Verdacht, dass Eko nicht nur immer mehr aus den Rap-Gefilden abdriftet, sondern es zudem auch nicht schafft, in der Pop-Landschaft neu Fuß zu fassen.


Catterfeld-Single hin oder her – das hier ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Eko würde gerne an alte Charterfolge anknüpfen, scheint aber die Formel dafür nicht mehr parat zu haben. Und so wird hier soundtechnisch alles abgegrast, was irgendwie erfolgsversprechend sein könnte. Neben dem bereits erwähnten Pop-Nummern zeigt sich Eko sogar richtig kreativ und rappt auf ein Mozart-Instrumental, was leider am Ende spektakulärer klingt, als es in Wahrheit ist – und von Busdriver um einiges besser realisiert wurde. Auf die Spitze getrieben wird der musikalische Maskenball dann mit dem technoiden Titeltrack und dem schlagerhaften Outro „Frei wie ein Vogel“.


Der Sound an sich wäre dabei vielleicht noch zu verkraften, würde es bei den Tracks nicht noch an ganz anderer Stelle hapern. Das größte Manko an diesem Album sind nämlich ganz klar die Texte. Hier wird alles gereimt, was nicht bei drei auf dem Baum ist, und sei es noch so hirnrissig. Beispiel gefällig?


„Eko-Arroganz, Ghetto-Dominanz/
checke diesen Track oder verrecke doch, du Punk/
Denn ihr Hater seid wie Lepra – Ihr macht E K O so krank/“


oder auch


“Ich sage nur: Ach du heiliger Bimbam/
Am Mic bis nach Finnland alleiniger King, man/
Ich schreibe es hin, man, die Magic passiert/
einen Deutschlandhit auf ein leeres Papier/
Euer Horizont ist vom Dichten her sehr kurz/
Wir stecken unter einer Decke, aber ich bin der, der furzt/”


Einen Zusammenhang zwischen einzelnen Zeilen sucht man vergeblich. Das ist so schon ziemlich peinlich, wird aber noch schlimmer, wenn Eko sich in sämtlichen Interviews als „bester Texter Deutschlands“ anpreist. Zudem spricht es wohl für sich selbst, wenn einer der besten Texte auf diesem Album, „Wieder fresh (v.b.z.p.z)“, größtenteils aus Zitaten von früheren Eko-Tracks besteht.


Hin und wieder finden sich auf dieser Platte dann doch noch Tracks im typischen Rap-Gewand. Doch das Stefan-Lust-Feature „Ich komm krass“ ist leider weder lustig noch dope, auf „GD Anthem“ kann Eko gerade so mit seinem Schützling Farid Bang mithalten und das oldschoolig gehaltene „Microphone Checker“ mit G-Style ist zwar dank 90er-Jahre-Beat und -Flow für einen kurzweiligen Lacher gut, mehr dann aber auch nicht. Für ein kleines Highlight kann dann zumindest die „Widerstand“-Kollabo mit Farid Bang, Summer Cem und Hengzt sorgen.


Fazit: Eko will auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen – und tanzt am Ende auf gar keiner von beiden. Winzige Lichtblicke zwischen einer Menge unfreiwilligem Trash lassen zumindest einen kleinen Funken Hoffnung, dass Ekos Feuer, das zu JKWWADS-Zeiten gerade erst neu entflammte, nicht schon wieder erloschen ist. Dass mit solcher Musik “das Business geht”, kann ich mir beileibe nicht vorstellen.


Im Forum diskutieren.


(mh)


Eko Fresh – Wieder fresh (Video)