Mein Rap #2 – Rockstah

In unserer neuen Rubrik “Mein Rap” stehen uns Stars, Untergrund-Größen und Newcomer Rede und Antwort über ihre Musik, den Werdegang und Zukunftspläne. Heute mit: Rockstah.
Warum rappst du?
Auch wenn man es mir gerne unterstellt: Ich will Rap nicht zerstören oder beleidigen oder ficken oder sonstiges, im Gegenteil. Ich will ihn gern um eine Facette erweitern. Ich bin seit über einem Jahrzehnt großer Rapfan, dementsprechend respektvoll hab ich mit dem Thema umzugehen.
Seit wann bist du aktiv?
Ende 2005.
Wie hat sich dein Rap seitdem verändert?
Am Anfang war es Rap mit einem Schuss Max. Heute ist es Rap über und um Max. Sinnloses Battle gegen unbekannte Gegner ist super, aber ich denke, besondere Thematiken anzusprechen, ohne dass es zu gewollt oder krampfhaft klingt, das beherrsche ich ganz gut. Nach wie vor bin ich kein Technikfanatiker, sondern Textfan.
Wer oder was hat dich beeinflusst?
Früher Sido, Savas, Banjo, Curse, Eko, Beginner, Moses Pelham und auch wirklich Bushido. Heute versuche ich relativ unbeeinflusst mit meiner Musik umzugehen, was einem natürlich manchmal schwer fällt, bei hochkarätigen Acts wie z.B. Marteria, Casper, Kraftklub, K.I.Z., Orsons oder Pi. Aber Einfluss ist ja erlaubt, solang kopieren weiterhin verboten bleibt.
Lebst du von der Musik?
Jein.
Was ist für dich dein wichtigstes Release?
“Nerdrevolution”. Ich konnte mich das erste Mal verwirklichen und höre die Platte auch nach einem halben Jahr noch gerne ohne zu skippen. Das gab es vorher nicht. Die meisten eigenen Platten habe ich schon vor dem Release nur noch schnell durchgehört und manchmal sogar mit angewidertem Gesichtsausdruck.
Was kann man von deinem nächsten Release erwarten?
Ich weiß es nicht, aber “es wird alles ficken.” Bestimmt. Oder so.
Wenn du Fremden nur ein Lied von dir vorspielen könntest, welches wäre das?
“Zocken > Ficken”. Danach weiß man sofort, ob man mich lieben oder hassen soll.
Was denkst du, als wer du in der Szene wahrgenommen wirst?
Das teilt sich ein bisschen zwischen “Ah, das ist also der Promibonzensohn, der jetzt auch gern Künstler sein will und so ‘ne Klischeeschiene fährt mit Nerds und so. Ausserdem ist sein Bart behindert”, wogegen die andere Seite sagt: “Der ist neu, der ist fresh, der hat eine Idee, den akzeptieren wir.” Die Frage ist aber auch immer, wer denn die Szene ist. Also ich kenn die nicht, diese “eine Szene”.
Wer sind deine Lieblingsproduzenten?
Sam EXzellent, weil er einen Quantensprung in Sachen Entwicklung hingelegt hat und generell bei mir immer einen Sonderstatus besitzen wird. Allein schon, weil er mich seit Tag eins begleitet, ohne jegliche Zweifel. Gee Futuristic, weil er ein großartiger Mensch ist und nebenbei ein Gespür für Hits hat. Ich mag halt noch, wenn das alles menschlich läuft und nicht auf dieser Businessschiene. Die, die vom Business reden, machen keins und die, die es tun, halten einfach die Fresse. Gee ist ein Paradebeispiel für letzteres. Über den könntet ihr ‘ne JUICE füllen, wenn ihr wolltet, weil der mehr zu erzählen hat, als alle Produzenten mit ihrem “Official XY” MySpace Account zusammen, die mir für 500$ per Rundschreiben ihre Magix-Scheiße verkaufen wollen. So. Abgeschweift. Mir doch egal. Gee ist perfekt. Ahzumjot ist aber auch z.B. krass, weil er sich das alles an Aldi-Boxen beigebracht hat, total minimalistisch arbeitet, aber mir dennoch mit seinen Beats eine Gänsehaut auf den Körper zaubern kann. Ansonsten feier ich noch Dirty Dasmo, 7Inch, TiKay, Bjet, Brisk und mit krassem Sonderstatus die Krauts. Die Atzen haben auch sehr krasse Produzenten, feier ich auch sehr.
Gibt es Wunsch-Features?
Ich bin kein Featurefreund. Die sollen nur dann stattfinden, wenn man sich auch versteht. Aber freuen würde ich mich dennoch über ‘ne Menge Leute. Angefangen bei alten Hasen wie Savas, Curse, Banjo über die “Neuen” wie Kraftklub, Pi, Casper, K.I.Z., Marteria und Orsons bis hin zu freshem Zeug von Retrogott, Trailerpark, Architekt, Mädness, etc. Gibt es schon ne Menge, was ich in Kombi mit mir feiern würde. Auf was man sich aber schon mal freuen kann, sind die Sachen von Sudden und mir. YÜAH!
Hast du jemals daran gedacht, den ganzen Kram hinzuwerfen?
Ja, aber ging nicht.
Planst du, in fünf Jahren noch zu rappen?
Klar, geht doch gerade erst los.
Foto: Mario Andreya
Mein Rap #1 – Bass Sultan Hengzt





