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Cro: “Es gab leider keine Erdmännchen-Maske”

4 Juli 2012

Cro - Raop Cover



Wie verhindert man denn, dass man ein One-Hit-Wonder bleibt?

Na, indem man halt Hits nachballert. (lacht)


Da gehört immer ein Quäntchen Glück dazu, oder?

Ja, das stimmt. Aber ich bin da ganz optimistisch, dass ich da auf jeden Fall noch was nachlegen werde.


Ich habe das Gefühl, dass ihr versucht, den Hype um dich unter Kontrolle zu bringen, kann das sein?

Wie jetzt?


Dass ihr gewisse Angebote ausschlagt, um dich nicht zu verheizen.

Achso. Ja, ja, wir sind echt gerade mit Vollgas, aber angezogener Handbremse unterwegs. Wir gucken natürlich, dass es weiterhin abgeht und wir überall präsent sind, aber irgendwie machen wir echt nicht alles. Die Maschine läuft von alleine schon so krass, da müssen wir gar nicht mehr viel machen. Die läuft von alleine schon so und irgendwie nervt  es, glaub ich, auch, wenn man alles macht und ständig irgendwo vertreten ist und deswegen wird gerade ziemlich reduziert.


Kriegst du das mit, dass du Leuten auf die Nerven gehst?

Jaja. Aber das ist normal. Mich würde es, glaube ich, auch aufregen, wenn ich ständig überall diesen Idioten sehen würde. Ich glaube, die realen HipHop-Heads, die haben echt schon die Schnauze voll von mir, aber das ist mir voll egal. Ich find das cool. Ich habe auf jeden Fall auch noch genug, die es mögen und das passt schon.


Beim ECHO habt Ihr die Leute mit einem falschen Cro reingelegt. Ist dir bewusst, dass das die Beginner bei The Dome auch schon gemacht haben?

Ja, doch, wusste ich.


War das Absicht?

Nö. Aber es liegt ja nahe, dass man so was auch mal machen kann. Also… Ist okay. Die Beginner haben das gemacht und wir machen’s halt auch, aber es ist jetzt keine Anspielung darauf. Das Ding von den Beginnern ist ja ewig her, das war ja ’98? ’97?


Auf jeden Fall schon lange her.

Ewig her.


Andersrum könnten sich auch andere deine Maske kaufen und sich als du ausgeben.

Ist okay, ist okay, soll er machen und danach in den Club gehen und sich Ladies abchecken. Aber dann muss er die auch auf jeden Fall flachlegen. Anders wär das dann ja doof, das bringt ja nichts.


Andernfalls würde er vielleicht auch deinen Ruf schädigen.

Joa. Kann ich was daran ändern?


Ich weiß nicht.

Nee. Kann ich ja nicht ändern! Also entweder die machen das oder die machen das nicht. Passt schon, macht ruhig.


Hat denn schon jemand rausgefunden, wo es deine Maske gibt?

Jaja. Also ich seh hin und wieder mal welche auf Konzerten, die die Maske haben. Gibt auf jeden Fall genug, die wisse, wo. Die ist auch ausverkauft in Deutschland! Die gibt’s nicht mehr. Wir wollten die ja danach ein paar Mal noch bestellen, weil ich ja nur eine hatte, und jetzt mussten wir die in Portugal bestellen.


Wie viel kostet eine?

In Portugal 7€, in Deutschland 35.


Dann war das ja ein Vorteil.

Na klar!


Dann kommen wir mal zur Musik. Dein Album heißt “Raop”.

Jap.


Kannst du das mal definieren?

Raop ist eine Mischung aus Rap und Pop. Also rappige Beats mit poppigen Melodien. Joa, das ist die Definition.


Ist das etwas, was es jetzt nur auf dem neuen Album gibt, oder findest du, du hast das schon immer gemacht?

Auf jeden Fall ist es beim Album krasser als davor. Ist schon eher so ein bisschen poppiger und so, dass auch mal ein-zwei Tracks im Radio laufen können. Davor war es, glaube ich, schon noch ein bisschen rappiger. Aber ich bin gerade dran und mache ein Mixtape für den Spätsommer. Das wird wieder rappiger, so wie davor. Aber das Album ist schon eher poppig.


Jetzt gibt es ja den Vorwurf, dass du Songs nur kopierst. Was sagst du denn dazu?

Wie, kopieren? Also ich nehme halt oft Samples oder irgendwelche Beats, die es halt so schon gibt, und mache mein eigenes Ding drauf. Gerade bei den Mixtapes war das jetzt so. Das ist doch ganz normal. So macht das doch jeder. Wiz Khalifa, der auf.. (überlegt) Wie heißt die Band? Ach, keine Ahnung. Der nimmt sich auch irgendwelche Lieder und rappt einfach sein Ding drüber. Oder Drake bei SBTRKT mit “Wildfire”. Ich find das normal.


Wird das denn beim Album anders sein?

Fast alles. Zwei-drei Tracks waren mit Samples, aber sonst alles selber komponiert, eingespielt und neu erfunden von mir.


Du hast mal gesagt, dass dir ein positiver und lockerer Vibe bei der Musik wichtig ist. Woher kommt das?

Weiß nicht. Ich bin einfach ein positiver, lockerer Typ. Und man drückt sich halt in der Musik aus. Man will, dass die Menschheit ein bisschen mehr chillt und von diesem ganzen Alltagsscheiß und Politik und schlechtem Wetter weg kommt und ihr sagen: “Hier! Es gibt auch was Schönes!”


Produzierst du nur solche Musik oder konsumierst du auch ausschließlich Musik aus dieser Richtung?

Eigentlich hör ich auch nur solche Musik, doch.


Also wird man niemals einen Cro hören, der traurig und nachdenklich ist?

Aufm Album gibt es einen Track, der ist auf jeden Fall ein bisschen nachdenklicher und trauriger. Aber allgemein bleibe ich auf jeden Fall, glaube ich, ein fröhlicher, lockerer Typ.


Kannst du mehr zu dem Song sagen?

Der heißt “Ein Teil” und es geht um den Menschen und seine Beziehungen, also mit Frauen. Was da so abgeht. Dass man sich immer erst voll für eine interessiert, dann wird es irgendwann langweilig, dann stößt man das Mädchen ab, dann sieht man die mit ‘nem anderen und denkt “Scheiße! Warum hab ich das nur abgebrochen?” und will sie wieder. Das ist ein ewiger Kreislauf. Dann hat man es wieder, dann will man es nicht mehr. Und darum geht es: Dass es immer dasselbe ist.


Weiter auf Seite 3: Die “Road To Raop”-DVD, Vio Vio und Zukunftspläne.


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