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Atzenkalle kommentiert RAM vom 21.11.2012

6 Dezember 2012

Atzenkalle


Das gibt es nur auf MeinRap.de! Publikumsliebling Atzenkalle hat für uns exklusiv die “Rap am Mittwoch”-Battlemania vom 21. November 2012 genauer unter die Lupe genommen.


Vorrunde



Pirate vs, P-Zak
Pirate fehlt die Aggression und Präsenz. Er findet mit genügend Konzentration immer gute Reime, aber seine Lines sind inhaltlich eher Kuschelkurs. P-Zak hat dagegen direkt ein paar gute Lines mit entsprechender Überzeugung vorgetragen. Die Punchlines müssen nicht mal der Hammer sein, es reicht, wenn sie irgendeinen Sinn ergeben, eine Beleidigung darstellen und mit einer gewissen Sicherheit und Coolness vorgetragen werden. In Freestyle-Cyphers gefällt mir Pirate – auch abseits von RAM – immer wieder gut, weil er seinen Gedanken freien Lauf lässt und das gut geflowt und gereimt kriegt. In einem Battle, das aus 3 x 8 Zeilen besteht, muss man aber auf den Punkt kommen. P-Zak dominiert hier ganz simpel mit dem üblichen Battleschema á la eine Line für den Reim, eine Line für den Punch.


RV vs. Percee
Props an Percee für’s ständige Wiederkommen und Antreten. Aber man muss auch klar sagen, dass er hier mit vielen vorgeschriebenen Lines gegen einen 100% freestylenden RV gewinnt. Immerhin hat er ein bis zwei Konter sehr gut gesetzt. Letztlich bringt Percee hier die bessere Unterhaltung – wegen gut ausgedachten Punchlines – und RV die besseren Freestyleskills an den Start, ohne sich von den Vergleichen des Gegners beeindrucken zu lassen. Der Sieg geht an Percee, der Respekt gebührt aber meiner Meinung nach ein bisschen mehr RV. Trotzdem sehr schönes Battle und ein Danke an beide Teilnehmer.


Locke vs. Karate Andi
Super-Paarung! Locke war lange nicht da. Karate Andi hat mit einem einmaligen Auftreten bei RAM sofort Fans und Respekt gewonnen. Er steigt direkt mit ‘nem sehr langen Reim und ‘nem richtig geilen Flow ein. Locke versucht, mit seiner sehr simplen Raptechnik zu kontern und kann in Kombination mit seinem Auftreten sogar beim Publikum punkten. Karate Andi rappt aber weiter mit guten Reimen und ohne sich zu verhaspeln. Sehr sicheres Auftreten und schön improvisierte Zeilen gegen den Gegner. Locke hat einen Stil von ca. 1996, was prinzipiell nicht verkehrt sein muss, aber mit der “cool/schwul”-Line schießt man sich dann schon eher ins Aus. Zugeben: Spielsüchtig zu sein, war dann nur noch der sympathische Sargnagel seitens Karate Andi.


Drob Dynamic vs. Gustav
Drob steigt mit sicheren acht Lines ein. Gustav versucht etwas schüchtern, auf die Fettleibigkeit zu fronten. Er findet durchaus Reime im Freestyle, aber man merkt, dass Drob erfahrener und sicherer rüberkommt. Was Gustav mit normaler Stimme rappt, bringt Drob mit Energie und guter Delivery. Bestes Beispiel: “Macht mal Applaus / das ist Gustav aka ‘Vorrunde raus!’” Außerdem hat letzterer die besseren Punchlines, auch wenn manche davon wieder etwas vorbereitet klingen. Der Flow von Drob ist auch sicherer und immer on point. Gustav erinnert mich von der Stimmlage her an Retrogott. Das kann aber schnell ängstlich und eingeschüchtert klingen, was hier leider eher der Fall war, als dass es an die coole, ignorante Art vom K-U-R-T erinnert.


Weiter auf Seite 2 mit dem Halb-Finale.


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