szmtag VBT verursacht Rassismus-Debatte | MeinRap.de
Home » Newsbits

VBT verursacht Rassismus-Debatte

9 März 2013

Dollar John


Die aktuell laufende Splash!-Edition 2013 des VBTs sorgt für Diskussionen. In gleich mehreren Runden fällt das schon oft kritisierte N-Wort und hat damit eine Debatte um Battle-Rap, Zensur, künstlerische Freiheit und Political Correctness losgetreten.


In der aktuellen Ausgabe des JUICE-Magazins spricht sich die Redaktion geschlossen gegen eine Verwendung des Wortes aus. Selcuk Erdogan von Tape.TV schreibt in einer VBT-Bewertung: “Es ist nach wie vor – ja, auch 2013 – weiterhin rassistisch motiviert, mit allem was dazu gehört. [...] Es ist ignorant, es ist verletzend und schließlich dumm.” Rhymin Simon hingegen präsentiert sich eher unsicher: “War da jetzt Nazi-Scheiße in der DollarJohn Hinrunde oder nicht?”


Eine eindeutige Antwort kann auch Falk ihm nicht geben. Stattdessen ließ dieser sich zu gleich zwei Kolumnen auf seinem Facebook-Account hinreißen und gab direkt zu Beginn zu Protokoll: “Für mich selber ist das Thema unglaublich komplex.” Denn während das N-Wort jederzeit für Aufschreie sorgt, werden in unserer Szene Homophobie, Mütterbeleidigungen und ähnliches meist stillschweigend geduldet. “Egal wie, am Ende trifft es immer Menschen.”


Auf etwaige Diskriminierungen zu verzichten würde einer Zensur gleichkommen. “Battlerap ist auch eine Kunst.” Falk kommt letztendlich zur entscheidenden Frage: “Wie soll Battle Rap funktionieren, ohne Grenzen zu überschreiten?” Einen interessanten Ansatz zu dem Thema der spaßig gemeinten Diskriminierung entnimmt Falk dem Kabarettisten Serdar Somuncu:


“Inhaltlich zusammegfasst geht es darum, das wir alltäglich Witze und Späße machen. Diese funktionieren immer auf Kosten anderer. Die Witze handeln häufig von völlig normalen und gewöhnlichen Menschen. Wenn ich jetzt aus einer Political Correctness-Haltung heraus keine Witze über Minderheiten mache, dann würde ich diese Minderheiten damit als nicht gleichwertig den “normalen” Menschen gegenüber darstellen und sie damit diskriminieren. Das bedeutet, auch Minderheiten haben das Recht Opfer eines Witzes zu werden. Genau so, wie sie das Recht haben, sich über diese Witze aufzuregen und Political Correctness zu fordern.”


Letztendlich dürfe keinem Battle-Rapper seine Freiheit genommen werden. Es entscheide jeder für sich selbst: “Welche Konsequenzen aus meinem Standpunkt bin ich selber bereit zu tragen?”


Falk: Kolumne 1.

Falk: Kolumne 2.

VBT: Persteasy vs. akne.

VBT: DollarJohn vs. Scotch.


Im Forum diskutieren.