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Damion Davis – Querfeldein (Review)

26 April 2013

Damion Davis - Querfeldein (Cover)


Selten passte ein Albumtitel so gut wie im Falle von “Querfeldein” von Damion Davis, denn der Berliner ist vor allem eines: Ein Freigeist, wie er im Buche steht. Schon immer ging Damion nicht den einfachen Weg – eine Einstellung, die im Rap zwar oft gezwungenermaßen, aber selten freiwillig zutage tritt. Insofern ist “Querfeldein” nicht nur der Titel des neuen Albums, sondern Damions musikalische Karriere in nur einem Wort zusammengefasst. Schon zu Zeiten, als Alben wie “XOXO” und “Raop” noch undenkbar gewesen wären, schlug Damion die Brücke von Rap zu immer neuen Musikrichtungen.


Auch im Jahr 2013 scheißt er nach wie vor auf sämtliche Genre-Regeln und Scheuklappen und macht das, was ihm halt gerade passt. Die dabei entstandene Musik gibt ihm erneut Recht. Egal, ob Sample-Beat oder E-Gitarre, ob Rap oder Gesang – Damion nimmt sich die jeweiligen musikalischen Mittel, die ihm gerade am geeignetsten scheinen, und vermischt diese zu seinem einzigartigen Sound. Dass mit Mortis One und SilenTone sowohl ein rap-interner als auch -externer Produzent an den Reglern standen, erweist sich dabei als absoluter Glücksgriff.


Auch thematisch geht es, nunja, eben “querfeldein”: Vorgefahrene Wege sind nicht Damions Welt, bereits abgegriffene Themen und Song-Konzepte werden weitestgehend vermieden. Politische Inhalte finden sich dabei ebenso wie zutiefst persönliche Stücke, die keinen Hörer kalt lassen dürften. Für Auflockerung sorgen Songs wie das für das Live-Publikum geschriebene “Alter”, die Skateboarding-Hymne “Man über Board” und das gnadenlos überspitzte “Gentrifiziert”. Über den einen oder anderen Lückenfüller kann man da getrost hinwegsehen.


Raptechnisch wird dem Hörer dabei so einiges geboten: Damion rappt sich gekonnt mit akkurater Technik und diversen Flow-Variationen durch eine Bandbreite von emotionalen Bildern und gezielt gesetzten Pointen, die er allesamt zu einem stets stimmigen Gesamtwerk vereint. Hier hat jemand den Titel MC wirklich verdient. Die mitreißende Stimme, die den jugendlichen Rebellen in Damion nie ganz verheimlichen kann, fungiert dabei als I-Tüpfelchen.


Mit “Querfeldein” zementiert Damion seine Ausnahmestellung in der deutschen Rap-Szene. Wie kein zweiter steht er für die Offenheit gegen Genres, ohne dabei seine Wurzeln im HipHop zu verleugnen. Bleibt zu hoffen, dass ihm irgendwann der Respekt zukommt, den er verdient. Bis dahin bleibt er einer der unterschätztesten Rapper Deutschlands.


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(mh)


Damion Davis – Querfeldein (Snippet)