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Mein Rap #98: Maxat

26 Juni 2014

Maxat


In unserer Rubrik “Mein Rap” stehen uns Stars, Untergrund-Größen und Newcomer Rede und Antwort über ihre Musik, den Werdegang und Zukunftspläne. Heute mit Maxat.


Warum rappst du?
Du hast nichts mit Rap zu tun, Rap hat dir nichts getan, lass ihn in Ruh’! (lacht) Ihr wollt jetzt bestimmt so was hören wie “weil ich nicht anders kann”, “weil ich muss” oder “weil Musik mich erfüllt”, ne? Ja, so ähnlich. Ich habe wie jeder anderer Mensch ein Verlangen, mich mitzuteilen, und ich mache gerne Musik. HipHop hat recht früh angefangen, mich zu begleiten, somit ist es irgendwann zu meiner eigenen Musik geworden. Zurück zur Frage. Es ist bestimmt Geld, Ruhm und Erfolg, was mich antreibt, aber da nichts davon bisher eingetreten ist, bleibt es der Moment, wo man seinen eigenen Song zum ersten Mal hört, nach dem man ihn produziert, aufgenommen und abgemischt hat und mit Händen über dem Kopf nickend da steht und Gänsehaut am ganzen Körper spürt. Ich denke das ist das, warum ich rappe.


Seit wann bist du aktiv?
Seit circa zehn Jahren.


Wie hat sich dein Rap seit dem verändert?
Ich bin erwachsener geworden und somit auch meine Musik. Ich produziere auch den Großteil meiner Tracks mittlerweile selber. Der Sound hat sich qualitativ stark verbessert, wie ich finde, und überhaupt finde ich, ab jetzt habe ich künstlerisch ein Level erreicht, das reif genug ist, einem größeren Publikum präsentiert zu werden. Es hat als Zeitvertreib und Gedaddel begonnen, wurde zu einer Leidenschaft und nun arbeite ich dran, dass es zum täglich Brot wird.


Wer oder was hat dich beeinflusst?
Och, ganz viele Künstler, die ich höre oder gehört habe, meine Erfahrung, die Immigration, meine Jugend, Frauen. Alles, was auf mich täglich so einprasselt, ob positiv oder negativ, formt mich, und somit auch meine Musik. Ich glaub,e der Satz spricht für mindestens 90% aller Künstler, oder?


Lebst du von der Musik?
Noch nicht, es ist noch zu instabil und zu unregelmäßig, was durch Musik reinkommt. Das ist aber mein Ziel und ich investiere Zeit und Mühe.


Was ist für Dich Dein wichtigstes Release?
Ich bin mir sicher, dass es mein nächstes Album sein wird. Es wird qualitativ alles in den Schatten stellen, was ich bisher gemacht habe, weil ich besser geworden bin in allem, was ich mache.


Was kann man von deinem nächsten Release erwarten?
Am 27. Juni kommt die “Schwarzwälder Kirsch”-EP. Viel HipHop, viel Deepness.


Wenn du Fremden nur ein Lied von dir vorspielen könntest, welches wäre das?
Oh, das ändert sich ständig. Ich denke, momentan ist es “Kopfaufräum”. Ist ziemlich persönlich, viel Negatives drin, aber da wurde wie in vielen anderen Songs auch eben nur ein Moment, ein Zustand festgehalten. Die Variablen sind austauschbar, aber ich denke, die Konstanten, die der Song enthält, sind deutlich spürbar und von positiver Natur.


Was denkst du, als wer du in der Szene wahrgenommen wirst?
Ich denke fast nie drüber nach, bis ich irgendwas gesagt bekomme oder im Internet lese. Ich denke, die Leute werden jetzt wieder mehr aufmerksam, weil ich über ein Jahr nichts von mir hören lassen habe. Ich bekomme sehr, sehr gutes Feetback zu den neuen Tracks. Wenn sich das jetzt alles vergrößert, kann ich auch besser einschätzen, wie ich wahrgenommen werde. Momentan kann ich es echt nicht sagen, nur mutmaßen, und das mache ich nicht gern.


Wer sind deine Lieblingproduzenten?
Aus Deutschland feier ich die Krauts sehr, TikayOne und seine Jungs find ich krass, von JuhDee kenn ich wenig, aber bisher alles durchweg hammer. Levon Supreme ist sowohl ein guter Kumpel als auch sehr begabter Producer, finde ich. Gee Futuristic habe ich in letzter Zeit aus den Augen verloren, aber er hat bisher viele geile Sachen gemacht. Biztrams Sachen finde ich geil. Von meinen Jungs Mix’a-m und Whiteman muss ich keine extra Lobeshymnen singen, die sind einfach unfassbar, Punkt. Dann wären da noch Ahzumjot, Yourz, Rooq. Ich hab bestimmt jemanden vergessen, aber das wären spontan alle, dich ich so erwähnen würde.


Gibt es Wunsch Features?
Die, mit denen ich gern ein Feature hätte, haben schon zugesagt, und ansonsten: nein. Ich kann mir mit dem einen oder anderen ein Feature vorstellen, aber so, dass ich es mir unbedingt wünsche, ist es nicht. Klar würde ich zum Beispiel gern mit Marteria, Shindy oder RAF einen Song machen, aber das ist noch unrealistisch.


Hast du jemals daran gedacht den ganzen Kram hinzuwerfen?
Mindestens ein Mal im Monat denke ich dran! (lacht) Es gibt ständig Momente, die mich zurückwerfen und mich zweifeln lassen. Aber ich bin ein Stehaufmännchen, das habe ich wohl in dem Anteil des russischen Blutes, welches in mir fließt. (grinst) Nee, mal im Ernst: Mucke ist nicht alles, was ich habe und kann, es ist auch nicht so, als wäre ich von ihr abhängig. Wenn es gerade nicht klappt, lass ich es halt sein, ich mache mir keinen Kopf, es wird schon wiederkommen. Ich habe, wie jeder andere Kreative, Hochs und Tiefs, mache es lange genug und hatte Zeit und Gelegenheiten, um zu lernen, mit Niederlagen und Misserfolgen umzugehen. Ich bin ein hartnäckiger, sturer Motherf*cker. Ich werde es bestimmt nie lassen können, bis ich damit erfolgreich geworden bin und mir selbst nichts mehr zu beweisen habe.


Planst du, in fünf Jahren noch zu rappen?
Ja klar, wenn mir die Puste bis dahin nicht ausgeht, sicher. Ich meine, wenn ich mir in fünf Jahren ein Haus gebaut habe und finanziell so sicher bin, dass ich keine Sorgen mehr habe, mach ich es nur noch, wenn ich wirklich Bock hab und rein aus Fun. Aber das sind noch alles Träume, Träume, Träume.


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Maxat – Schwarzwälder Kirsch (Hörproben)