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Mein Rap #99: Takt32

19 August 2014

Takt32


In unserer Rubrik “Mein Rap” stehen uns Stars, Untergrund-Größen und Newcomer Rede und Antwort über ihre Musik, den Werdegang und Zukunftspläne. Heute mit Takt32.


Warum rappst du?
Rap ist für mich die Kunstform, mit der ich mich am besten identifizieren kann. Außerdem ist es das Medium, welches die Leute aus meinem Kreis anspricht und am meisten Beachtung findet. Da lag es irgendwann nahe, dass man anfängt, selber zu rappen. Das haben viele in meiner Gegend gemacht, nur wenige haben es durchgezogen. Außerdem, wenn wir ehrlich sind, sind die Zugangsvoraussetzungen für Rap nicht besonders hoch. Klavierunterricht kostet einfach mehr. (grinst)


Seit wann bist du aktiv?
So gegen 2008 oder so hab ich angefangen, ab und zu mal selber was zu rappen – unterwegs mit den Jungs aus Spaß. Aber erst gegen 2012 wurde es dann etwas ernster und es ging langsam Richtung “Jetzt recorde mal endlich was!”


Wie hat sich dein Rap seitdem verändert?
Durch die langjährigen Aufenthalte in Frankreich und den USA hat mein Rap auf alle Fälle ziemlich viel von beiden Ländern mitgenommen. Sowohl Trap, Drill als auch dieser Banlieue-Style haben mich ordentlich geprägt. Aber so lange mache ich das Ganze hier ja noch nicht, daher ist es für das Feststellen einer direkt Veränderung vielleicht zu früh.


Wer oder was hat dich beeinflusst?
Auf alle Fälle die amerikanische Battle-Szene wie Grind Time und URL sowie die ganzen Paris 91, 92, 93-Sachen um Booba & Ali, Mafia K’1 Fry, Kery James, NTM etc. Natürlich auch wie gesagt dieser ganze Trap Lifestyle, den ich in St.Louis und L.A mitgenommen habe, sowie die Aggro-Berlin- und West Berlin-Maskulin-Geschichten aus meiner Kindheit.


Lebst du von der Musik?
Momentan kann ich mir den einen oder anderen Nebenjob sparen, aber es ist eher ein entspanntes Überleben als ein Davon-leben bis jetzt.


Was ist für dich dein wichtigstes Release?
Da es eigentlich nur ein offizielles Release von mir gibt, ist die #OVERKILL EP bislang meine wichtigste Veröffentlichung. Die Platte zeigt schon einmal im Ansatz, was ich kann und was in Zukunft auf die Hörer zukommt.


Was kann man von deinem nächsten Release erwarten?
Für mein erstes Album habe ich schon ein paar Songs aufgenommen. Es wird definitiv musikalisch noch eigener im Sound. Was den Rap angeht, kommen auch noch mehr Eigenheiten hinzu. Es wird mehr auf die Kacke gehauen, aber ich behalte mir auch ruhige Elemente und Songs außerhalb des Battle-Raps à la “Hau-drauf-Attitüde” bei.


Wenn du Fremden nur ein Lied von dir vorspielen könntest, welches wäre das?
Ich würde zwichen dem #Intro- und #SoHell-Song von der EP schwanken. Wahrscheinlich würde ich ihm oder ihr aber ein Song vom neuen Album vorspielen. Ich glaube, man entwickelt sich am Anfang zu schnell, um sich auf einen Song zu beschränken.


Was denkst du, als wer du in der Szene wahrgenommen wirst?
Schwierig. Kritische Selbsteinschätzung ist die Schwäche der Meisten. Ich hoffe, dass die Leute, die meinen Rap hören, die Ehrlichkeit raushören und mich auch so wahrnehmen. Ich verstelle mich nicht und hoffe, dass das auch so rüber kommt. Was die Szene von mir denkt, kann ich leider nicht genau sagen.


Wer sind deine Lieblingsproduzenten?
Neben Dieser Morten und MRJAH feier ich zur Zeit M3 & Noyd und Soulayman Beats.


Gibt es Wunsch-Features?
Es gibt mehrere kleinere und große Künstler, mit denen ich gerne mal was machen würde. Da sind so utopische Sachen wie Haftbefehl, Kery James und Savas dabei, als auch SSIO und so weiter. Mal gucken, was da kommt. Wir haben auf alle Fälle schon ein paar ganz coole Anfragen für das Album bekommen.


Hast du jemals daran gedacht, den ganzen Kram hinzuwerfen?
Nein.


Planst du, in fünf Jahren noch zu rappen?
Da neige ich mich dann langsam Richtung 30 … Klar! Da kann man entspannt noch rappen, ohne dass es peinlich wird, denke ich.


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Takt32 – DreiZwei (Video)