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Mein Beat #11: Richie Rocafella

25 September 2014

Richie Rocafella


In unserer neuen Interview-Rubrik “Mein Beat” stehen uns Producer Rede und Antwort über ihre Inspiration, ihre Lieblingsproduktionen und ihre Arbeitsweise. Diesmal mit Richie Rocafella.


Warum baust du Beats?

Schon als Kind war ich ziemlich musikbegeistert. Als ich 14 Jahre alt war, entdeckte ich neben dem Kicken auf dem Bolzplatz auch die Playstation meines großen Bruders für mich und glücklicherweise hatten schlaue Menschen damals die Idee dafür, eine Musik-Software namens Music zu entwickeln. Aufmerksam wurde ich darauf allerdings erst als Music2000 erschien, welches mich so begeisterte, dass ich mich oft den ganzen Tag damit beschäftigte. Irgendwann ging es dann weiter mit Programmen wie eJay, Music Maker und das Produzieren wurde für mich zu einem großen Hobby.


Seit wann bist du aktiv?

Die ersten professionellen Sachen entstanden vor ungefähr sieben Jahren.


Wie haben sich deine Produktionen seitdem verändert?

Obwohl ich sehr viel herumexperimentiere, haben meine Sachen inzwischen eine eigene Note bekommen. Ich versuche mich immer weiter zu entwickeln und nicht stehen zu bleiben, wodurch mich gerade die vergangenen Monaten ein Stück voran gebracht haben. Das Ganze sehe ich aber auch etwas als Problem, da die Zahl der Abnehmer in Deutschland für die experimentellen Sachen nicht so hoch ist. Ich versuche mich einfach an verschiedenen Dingen. Mal ist es etwas poppiger, mal etwas rougher.


Wer oder was hat dich beeinflusst?

Hauptsächlich Freunde und Radio, aber auch mein Bruder. Durch Ihn habe ich mit 15 Jahren das erste Daft-Punk-Album gediggt. In meinen Produktionen hört man nach wie vor viel Synthesizer, was darauf zurück zu führen ist, dass ich als Jugendlicher viel Electro gehört habe. Auch Sachen wie Jamiroquai haben mich begeistert. Auf Rap wurde ich erst mit 16 Jahren durch Freunde aufmerksam. Dilated Peoples und KKS waren die ersten Sachen, die ich gefeiert habe. Heute höre ich mir die meisten Sachen auf Soundcloud an und lasse mich einfach inspirieren.


Lebst du von der Musik?

Nein, es ist nur ein Hobby. Ich gehe ganz normal Arbeiten.


Was ist deine bekannteste Produktion?

Der Track “Gut So” von Rockstah.


Welches ist dein von dir produzierter Lieblingsbeat?

Da kann ich mich nicht festlegen, es gibt zu viele.


Welches ist dein nicht von dir produzierter Lieblingsbeat?

Das ist auch schwierig. Ich feiere eigentlich alles von Hudson Mohawke, Madlib, Just Blaze und Neptunes.


Bevorzugst du die Arbeit mit Samples oder spielst du lieber selber ein?

Ich finde eigentlich beides cool, bin auf eingespielte Sachen aber meist etwas stolzer, weshalb ich dies bevorzuge.


Kannst du ein Instrument spielen und Noten lesen?

Beides nicht, nein.


Produzierst du lieber mit Software oder Hardware?

Hätte ich ausreichend Geld, würde ich mir meine Wohnung wohl komplett mit Hardware zustellen, da es so vieles gibt, was ich gerne hätte. Es ist schließlich auch etwas komplett anderes, ob man etwas mit einem Instrument einspielt oder mit ein paar Mausklicks arbeitet. Dennoch hat auch die Arbeit mit Software etwas gutes, da man meist schneller zu Ergebnissen kommt.


Mit welchem Equipment produzierst du?

Aktuell mit Logic Pro X, RME Babyface, Akai LPB8, M-Audio Oxygen 49 und Korg MicroX.


Was ist davon dein Favorit?

Logic Pro X.


Mit wem würdest du gerne noch zusammenarbeiten?

Marteria, Haftbefehl, Casper, Kool Savas, Die Orsons, Celo und Abdi.


Was können wir in Zukunft von dir erwarten?

In naher Zukunft erscheinen ein paar Sachen mit Nanoo, aber auch mit Rockstah soll noch einiges kommen.


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